Stalingrad

Tom Duerner

 

 

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Ich habe dich nie mit zwei Armen gekannt,

hast einen geopfert für’s Vaterland

in Stalingrad am Wolgastrand.

 

Du hast nicht gesoffen, du hast nicht geraucht

und auch keine anderen Frauen gebraucht,

jeden Tag mit’m Fahrrad zur Arbeit gefahr’n

und nicht einmal gefehlt in all den Jahr’n.

 

Aber zupacken konntest du nicht mehr allein,

hast dich oft verflucht, so’n Krüppel zu sein.

Ach Mann, du hast so selten gelacht

und uns oft das Leben zur Hölle gemacht.

 

Ich hab dich nie mit zwei Armen gekannt,

hast einen geopfert für’s Vaterland

in Stalingrad am Wolgastrand.

 

Nie hast du erzählt, was dort geschah,

als war dir das Grauen immer noch nah,

als hättest du nicht nur den Arm verlor’n,

als wär dir dort auch die Seele erfror’n.

 

Nun bist du schon so lange tot

Und geisterst durch’s All wie’n verirrter Pilot.

Ach manchmal sitzt du mir noch im Genick

und schleichst dich sogar in meine Musik.

 

Ich hab dich nie mit zwei Armen gekannt,

konntest mich nicht führ’n an der Herzenshand,

denn die war geopfert für’s Vaterland

in Stalingrad am Wolgastrand.